Kleines Herbstblatt

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Leise singt der Wind
dich in mein Leben

Staunend stehe ich
und lasse mich bezaubern
von dir

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Septembernachmittag

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trees-autumn-fall-foliage.jpg

Der Nachmittag, der vergangene,
atmet noch in mir. Langsam,
und sacht verglimmt das Feuerwerk
der Möglichkeiten, hinterlässt diese …
Leichtigkeit des Seins.

Hast Du sie gesehen, die Taube?
Dort! Im Geäst. Sie beäugte uns
mit schiefem Köpfchen.

Vom nur erahnten Herbstswind erfasst,
schwebt uns ein weißes Federchen
vor die Füße.

©bmh

Morgengespräch

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Es heißt doch nicht dass Du
die Not verdrängst wenn Du
den Morgen still empfängst

Mut gehört dazu den Tag
trotz aller Fieberträume die
die Menschheit quält
erst einmal ruhig zu gestalten
und die Gedanken frei
von Angst zu halten

©bmh

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s.a. das Kommentargedicht Helmut Mayer

Lass mich mal für die Angst Partei ergreifen:
Wie sollen wir die Welt begreifen …

Flüchtlingsproblem

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 Nur Ameisen?

Ein Mensch wollte den Garten säubern
von Ameisen, den flinken Räubern.
Die hatten sich, fast über Nacht,
unter den Steinen breitgemacht.

Er hebt sie hoch, rückt sie zur Seite.
Viele Tiere suchen das Weite.

Die Babylarven, jetzt ungeschützt,
werden schnellstens unterstützt,
von Helfern verfrachtet
durch Löcher und Gänge,
gestapelt im Schatten,
in drangvoller Enge.

Doch einige, mit großer List,
betätigen sich als Terrorist.

Sie attackieren den Riesen,
den miesen.

Der, stark zerbissen,
von Schmerzen zerrissen,
schüttet Wasser in ihr Haus.

Die Tiere fliehen, schwärmen aus
und sammeln sich in großer Hast
unter einem alten Ast,
wie nicht anders zu erwarten,
in seinem oder Nachbars Garten.

© bmh

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… Nur Ameisen?

Und Terroristen?

Sie zu vernichten wird nicht gelingen,
nur zu zerstreuen, sie tauchen gleich unter.

Und sie beim Nachbarn zu bekämpfen
hat auch Herrn Bush nicht viel genützt.

Er musste seine Hoffnung dämpfen.
Sein Land ist weiter ungeschützt.

© CH

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Die Gedichte sind 2007 geschrieben worden. Sie haben an ihrer Bisanz nichts eingebüßt- eher im Gegenteil. Der Name im zweiten Gedicht ist beliebig austauschbar.

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Obdachlos

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In ihre ausgestreckte Hand
legt sie den Obulus
der momentan entlastet

– sie von der Schuld die kollektiv
und tiefverwurzelt an uns allen nagt

– die Mutter von der Sorge
– und das Kind vom Hunger

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das Schönste aber war das Lächeln
das wir tauschten

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ausgestreckte Hand.jpg

 Die Zahl der Obdachlosen hat sich in München seit 2008 verdreifacht

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© bmh, 10/12/ 2. Version

 

Von Zeit zu Zeit nach innen lauschen

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dem Gehirn ein wenig Ruhe gönnen, gerade heute, wo die Wellen der Gewalt während des G20-Gipfels in Hamburg kollektiv hochschlagen
und uns alle erfassen – ob wir es wollen oder nicht.

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Von Zeit zu Zeit nach innen lauschen …
Nicht mehr reden … denken … tun …
nichts mehr „wissen wollen“ … fassen …

sanft die Stille nur erhalten …
Hände öffnen … lauschen …
lassen …

alles, was du hier erhältst
wird von selber überfließen –
nicht bedenkend festgehalten –
in das Leben sich ergießen

ein Gefäß sind leere Hände
wie eine Schale dann dein Sein

von Zeit zu Zeit nach innen lauschen
erspüren … schweigen … stille sein

©bmh

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