Im   Labyrinth  steckt  sie  und  findet  nicht  heraus.
Die   T r a u e r    hält  sie  fest,  lässt  sie  nicht  aus.
Gelähmt,  nicht ein Schritt  –  nicht  vor, auch  nicht
zurück.    G e l ä h m t.   Gefangen  steht sie da.  Im
Augenblick  erstickt  der  Schmerz   sie  fast.  Sie ist
benommen. Ach,  könnte sie der Qual entkommen!
Je mehr  sie kämpft,  je  enger  wird  das Labyrinth,
zu   groß   die    S e h n s u c h t   nach   dem   Kind.

Zum  eignen  Unglück sieht sie.   Dort!    Eine Katze
trägt  ein  junges  Meislein fort.   Die    Vogelmutter
zetert voller Angst…     Sie weint…      Beide Mütter
sind  in  ihrem  S c h m e r z  vereint. Als redete sie
zu sich selbst,  spricht  sie mit  der  kleinen Meise –
zögernd erst und leise,  kehrt    R u h e    in ihr ein.

Sie       t r ö s t e t      eine     A n d e r e  und    fühlt
sich  nicht  mehr so allein.

© bmh/1980

andere tösten1

(das 2. von 3 Gedichten über die Trauer)

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